Über alles verfügen um alles zu wissen

von Philippe Derron | 28.09.2017

In der Vergangenheit betonte unsere so genannte "Konsumgesellschaft" häufig das Eigentum. Die Unternehmen wurden deswegen angehalten, ja sogar immer mehr verpflichtet, dem Kunden die begehrten Güter sofort zur Verfügung zu stellen.

Die Management Lehrgänge konzentrierten sich auf die Optimierung der Produktionszyklen. Sie mussten in den Firmen die Qualität sichern und gleichzeitig flexibel genug sein, um die spezifischen Bedürfnisse der Kundensegmente zu befriedigen und um günstig und vor allem um eines zu sein: schnell!

Heute, nach fast fünfzig Jahren Materialoptimierung, hat die Einführung der Informationstechnologie ein neues Bedürfnis erzeugt: alles sofort zu wissen und zu kennen. Es begann mit der Fernüberwachung bestimmter Strassenabschnitte, Bankeingänge, etc. Danach wurde die Fernüberwachung in den Zügen, in den "Hot Spots" der Nachbarschaft und schließlich auch in unseren Häusern eingeführt.

Mit der Explosion der für jedermann zur Verfügung stehenden äusserst leistungsstarken IT Tools, wurde in den letzten Jahren mit der Einführung des Internet der Dinge (IoT) ein neuer Sprung nach vorn gemacht. Dies ermöglicht jedem Objekt, seine Position und seinen aktuellen Zustand der ganzen Welt zu kommunizieren. Natürlich haben wir uns beeilt, diese neuen Technologien auch für die Messung und Auswertung unserer Vitaldaten zu nutzen und haben so unseren Körper nicht invasiv mit dem Internet vernetzt.


In diesem globalen Kontext reicht es nun nicht mehr aus, die an sich schon unglaubliche Leistung zu vollbringen, genügend elektrische Energie zu jeder Zeit an jedem Ort bereitzustellen, um damit die Kunden zu beeindrucken. Nein, heute erwartet der Kunde, dass jeder Stromlieferant und Netzbetreiber dem digitalen Zeitalter und seinen weitläufigen Möglichkeiten entspricht.

Der Kunde von heute möchte selbst jederzeit und in Echtzeit auf seine Verbrauchsdaten (und ggf. auch auf seine Produktionsdaten) zugreifen zu können, um seine elektrischen Rechnungen mit den aktuellsten Zahlungsmitteln online begleichen zu können, um seinen Tarif zu optimieren und wahrscheinlich auch in Zukunft seinen Lieferanten frei wählen zu können. Angesichts dieser aktuell berechtigten Erwartungen, wird unsere Branche zur Zeit noch als ungeordnet und wenig normiert wahrgenommen.

Wir beobachten, dass sich einige grosse Versorgungsunternehmen auf das digitale Zeitalter ausrichten, wo sich noch viele kleine Verteilnetzbetreiber weigern und rebellieren die Veränderung zu sehen und stufengerecht anzunehmen.

Aus unserer Sicht ist es unabdingbar, dass sich die Branche selbst weiterentwickeln muss und ihre Standards für die zukünftige Digitalisierung adaptieren muss, damit dies nicht in ungewollter Form und zum unpassendsten Zeitpunkt von aussen durch den Gesetzgeber erfolgt.

Ich appelliere auch an den gesunden Menschenverstand in der Strombranche, damit neue digitale Dienstleistungen für sämtliche Konsumenten bezahlbar werden, die mit den digitalen Marktanforderungen kompatibel sind.

Unsere Branche muss sich unbeirrt in Richtung der Digitalisierung nach vorne bewegen. Die Mentalität der Entscheidungsträger muss sich dem entsprechend ebenso neu ausrichten. Sobald dies vollzogen wurde, ist die Kooperation mit spezialisierten Unternehmen sowohl im digitalen Bereich als auch im Zusammenhang mit Strom Dienstleistungen ein veritabler Vorteil. Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, wir begleiten Sie gerne!