Smart Metering – Quo Vadis?

da Frank Oehmichen | 5-nov-2015

Was bedeutet Smart? Gemäss Duden steht es für „clever“. Ok, clever. Besonders clever habe ich Smart Metering bis heute nicht erlebt. Zum Glück ist, aus meiner Sicht, das Zauberwort „Effizient“ in Zusammenhang mit Smart Metering verschwunden. Auch hier beschreibt der Duden etwas, was bis heute im Smart Metering nicht realisiert worden ist. Nämlich sparsam; mit möglichst großem Nutzen bei möglichst geringem Einsatz oder Verbrauch“.

Schuld daran sind die hohen Investitionskosten und nicht zu unterschätzenden Betriebskosten. Wenn man solche Projekte wirtschaftlicher vorantreiben möchte, müssen alle Beteiligten umdenken. Das Ganze beginnt bei den Lizenzkosten, welche pro Zähler verrechnet werden. Hier muss aus meiner Sicht ganz klar ein neues Lizenzmodell zum Zuge kommen. Die vollständige Marktliberalisierung ist der Treiber. „Freie Haushaltskunden müssen Ihre Zählerstände 1x pro Quartal dem neuen Lieferanten übermitteln“. Das bedeutet doch nichts anderes als dass hier das Lizenzmodell den Marktanforderungen angepasst werden muss. Nicht die Anzahl Zähler ist relevant, sondern die Intervalle der Auslesung. (Beispiele: minütlich, stündlich, täglich, monatlich, Quartal, Jahr) Das wäre ein gut kalkulierbarer Schritt und die Kosten könnte man tatsächlich verursachergerecht berechnen.

Leider müssen Zählerhersteller, Softwarehäuser und Mobilfunkbetreiber diesen Schritt auch mitgehen, was aus meiner Sicht bis heute nicht gegeben ist. Die Internetprovider haben es vorgemacht und haben aufgehört die „Kilobytes“ zu zählen und bieten echte „Flat Tarife“ an. Um die Betriebskosten in Griff behalten zu können, müssten alle Prozessschritte vollständig automatisiert sein. Das beginnt bei der Installation der Zähler, Mutation der Stammdaten, Lieferantenwechselprozesse, Wechselmeldungen, vereinfachter Datenaustausch usw. Bis heute sind noch zu viele manuelle Schritte notwendig, die fehleranfällig und zu teuer sind. Die ersten Schritte sind zwar umgesetzt und Stammdaten für Lieferanten können automatisch verarbeitet werden, aber mit den technischen Stammdaten (Zählerdaten) ist bis heut keine hohe Automatisierung berücksichtigt worden. Wo wird die Reise hingehen? Wird das Zählerwesen schon recht bald voll automatisiert in der Cloud verarbeitet? Welche Rolle spielt eine mögliche Liberalisierung im Messwesen? Ist dies eher ein Treiber oder ist es eher eine weitere Hürde? Was denken Sie?